Beiträge von Administrator

Schriftliche Abschlussrunde

Am Ende der vergangenen Sitzung habe ich euch gebeten, jeweils noch einen Gedanken oder eine Frage auf einen Zettel zu schreiben. Hier die Ergebnisse:

Sind demokratische Mehrheitsentscheidungen kollektive/solidarische Entscheidungen?
Ist (wirklich) jede Handlung und alles Tun des Menschen rein egoistisch motiviert?
Können Menschen wirklich altruistisch bzw. „gut“ sein? Oder handeln Menschen immer egoistisch und können nur ihre Taten gut sein? Aber der Mensch besteht (wenigstens zu einem gewissen Teil) aus seinen Handlungen?
Macht uns kollektives, solidarisches Handeln freier oder unfreier?
Steckt nicht in jedem „homo cooperativus“ auch ein „homo oeoconomicus“?
Heißt „Aggregation“ „Zustand“?
Ich glaube (besonders) in wirtschaftlichen Zusammenhängen an das egoistische Handeln, gesellschaftlich ist dies nur bedingt zu finden.
Wie kam es zur großen Individualisierung in unserer westlichen Welt? Wie stark ist das durch den materiellen Wohlstand beflügelt?
Woraus ist Genossenschaftswesen entstanden, wie sahen Vorformen aus?
Ist eine Gesellschaft ein kollektives System, das also mehr ist als die Summe der einzelnen Individuen oder ist die Gesellschaft eine Zweckgemeinschaft zum Nutzen der Menschen, aber aus individuellen Egoisten?
Kann man überhaupt kollektiv handeln und Entscheidungen treffen oder agieren im Entscheidungsfindungsprozess nur einzelne Individuen wiederum nach Einzelinteressen und Eigennutzen?
Jedes nicht intuitive Handeln ist das Ergebnis einer Entscheidungsfindung und als solches egoistisch motiviert. Auch altruistisches Handeln ist Konsequenz einer Kosten-Nutzen-Rechnung.
Handlungen von Menschen können sowohl egoistischen als auch solidarischen Ursprungs ein. Eine absolute Trennung ist nie / nicht immer möglich.
Gesellschaft braucht das rational handelnde Individuum. Dies setzt die Freiheit des Individuums voraus. Das Individuum ist dabei aber grundlegend sozial, da die Grenzen zwischen egoistischer Rationalität und Altruismus verschwimmen.
Wenn Akteure nur Individuen sind und keine Kollektive, wie sind dann demokratische Entscheidungen zu verstehen (abstimmen), bei denen Individuen ausgelassen werden, weil sie nicht der Mehrheit angehören?
Wenn man davon ausgeht, dass das Individuum nur seine eigenen Interessen verfolgt, wie wird dann „Liebe“ und „Nächstenliebe“ verstanden? Gibt es so etwas wie reine Nächstenliebe dann überhaupt?
Obwohl sich jede Handlung leicht auf individuellen Nutzen zurückführen lässt, muss es Situationen geben, in denen das allgemeine Interesse schwerer wiegt.

Merkmale des kapitalistischen Wirtschaftssystems

In der letzten Stunde haben wir, auch wenn uns am Ende etwas die Zeit fehlte, das noch weiter zu besprechen, einige Schlagworte aus den zu Grunde gelegten Texten gesammelt, die in der Summe die kapitalistische Wirtschaftsweise charakterisieren könnten.

Hier die Begriffe noch einmal aufgelistet. Ihr seid wie gesagt herzlich eingeladen, die einzelnen Begriffe noch einmal kurz zu erläutern, nutzt dafür einfach die Kommentar-Funktion zu diesem Beitrag.

Marktkapitalisierung
Intransparenz
Kurzfristige Investitionen

Entgrenzung
Inwertsetzung
Abhebung von vermeintlicher Natürlichkeit

Vermarktlichung
Privatisierung
Diskursphänomen

Konkurrenz
Druck auf soziale Systeme

Fiktives Kapital

Verschlankung
Flexible Arbeitsmärkte
Leistungslose Kapitalvermehrung

Wettbewerbsglobalisierung
Deregulierung
Informalisierung

Brainstorming zum Begriff „Solidarität“

In der ersten Sitzung haben wir in einem kurzen Brainstorming einige Schlagworte gesammelt, die uns zum Begriff „Solidarität“ eingefallen sind. Hier das Ergebnis.

Die Mindmap habe ich übrigens mit der kostenfrei verfügbaren Software XMind erstellt. XMind ist Open Source .

Anliegen

Zu Beginn eines Seminars formuliere ich für mich selber ein Anliegen, welches ich auch an dieser Stelle öffentlich machen möchte. Es soll als Orientierung während des Seminars sowie als Maßstab für eine nachträgliche Reflexion dienen.

Es lautet:

„Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer_innen,

  • die theoretischen Grundlagen solidarischen Wirtschaftens – vor allem in Abgrenzung zur kapitalistischen Wirtschaftsweise – kennenlernen,
  • sich einen Überblick über verschiedene Projekte solidarischer Ökonomie in Deutschland und weltweit verschaffen und
  • Theorie und Praxis der solidarischen Ökonomie, insbesondere mit Hinblick auf ihr transformatorisches Potential, kritisch bewerten.“
  • Herzlich Willkommen!

    Herzlich willkommen im Blog zum Seminar „Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus“, welches im Sommersemester 2011 an der Universität Köln stattfindet.
    Alle relevanten Informationen zum Seminar sollen im Laufe des Semesters hier im Blog veröffentlicht werden. Auf der Unterseite „Literatur und Materialien“ gibt es außerdem Literaturhinweise zu den einzelnen Sitzungen und darüber hinaus. Weiterhin werden auch alle Texte, die von den Teilnhemer_innen des Seminars verfasst werden, hier im Blog zur Verfügung gestellt.
    Alle Teilnehmer_innen des Seminars, aber auch alle anderen Interessierten, sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion an dieser Stelle zu beteiligen – mit eigenen Beiträgen, Links oder Kommentaren.