Zitate zur Diskussion

Und hier noch die Zitate, die wir in der letzten Stunde als Grundlage der Diskussion verwendet haben:

„Das Individuum folgt nur seinen eigenen Interessen. […] Die Entscheidungslogik steht und fällt also mit der ‚gegenseitig desinteressierten Vernünftigkeit‘ (Rawls). […] So kann auch die ‚Disposition‘ , sich freundlich, moralisch etc. zu verhalten, eine erfolgreiche, rationale Strategie sein, um einen möglichen Gewinn aus kooperativen Vereinbarungen zu ziehen, von denen man andernfalls ausgeschlossen wäre.“ (S. 33)

„Kooperation wird nicht nur des wirtschaftlichen Erfolges wegen, sondern auch um seiner selbst willen als Wertgehalt und Wertschöpfung angestrebt.“ (S. 42)

„Daher sind die Dinge gut oder schlecht nur in Beziehung zu etwas anderem und entsprechend der Stellung und Beleuchtung, die man ihnen gibt. Was uns Lust bereitet, ist eben insoweit gut, und dieser Regel gemäß will jeder sein eigenes Wohl, so gut er es versteht und mit wenig Rücksicht auf seine Nebenmenschen.“ (S. 32)

„Wer […] von der Sozialität her argumentiert, der zäumt das Pferd von der ganz anderen Seite auf. Für in hat ontologisch das Soziale ein eigenes Sein, das nicht aus dem Sein der Individuen allein abgeleitet werden kann. […] Ethisch besagt es, daß Menschen ihre Erfüllung als Person nicht allein finden können, sondern nur dann, wenn sie sich in die res publica integrieren. Von da aus wird ihr Eigennutz eingeschränkt.“ (S. 30)

„[Es herrscht] die Vorstellung vor[…], die bürgerliche Gesellschaft und die industrielle Revolution hätten einen menschlichen Verhaltenstypus hervorgebracht, der sich aus der sozialen Bevormundung früherer Gesellschaften befreit und endgültig auf die eigenen, individuellen Füße gestellt hätte. Dabei hat sich der Begriff des Interesses vom Staatsinteresse und den Interessen des Geistes, der Gesundheit, der Ehre u.ä. verkürzt auf die materiellen Aspekte der Wohlfahrt, auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse und auf die Ansammlung von Reichtum.“ (S. 31)

„Kollektive Entscheidungen ergeben sich allein aus der Aggregation individueller Entscheidungen. Akteure sind nur die Individuen, nicht Klassen, Staaten, Kollektive. “ (S. 35)

„Auch wenn man genetisch von den Individuen als Trägern der Geschichte oder des subjektiven Sinns ausgeht (Max Weber), kann das für eine hinreichende Erklärung nicht genug sein, weil Individuen ohne ihre Einbettung in ‚Ordnungen‘ wie Sprache, Erziehung, Kultur, Recht, ja in ein historisch herausgebildetes Wirtschaftssystem etc. in ihrem davon bestimmten Verhalten, auch in ihrem wirtschaftlichen, nicht verständlich werden.“ (S. 36)

„Es gibt zweifellos den Typus des ‚homo cooperativus‘ in der Realität. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß und mit welchen Beschränkungen seine Wertprämissen Wirklichkeit werden.“ (S. 45)